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Im Gespräch mit … Künstlerin Ilona Rainer-Pranter

Im Gespräch mit … Künstlerin Ilona Rainer-Pranter

Ilona Rainer-Pranter lebt und arbeitet derzeit in Wien. Planet75 traf die Künstlerin in ihrer Wahlheimat und unterhielt sich mit der 30-jährigen Osttirolerin über Inspiration, Formen und natürlich ihre Kunst.

Was bedeutet für dich Kunst?
Dass etwas sichtbar gemacht wird, was sonst unsichtbar ist. Ganz egal, ob das etwas Gegenständliches ist, oder ganz abstrakt. Es wird quasi etwas von jemandem geboren, das dann sichtbar ist. Zum Beispiel in der gesellschaftskritischen Kunst, da werden ganz oft wichtige Dinge sichtbar gemacht und dadurch verewigt und realisiert.

Mir hat deine Pools-Serie sehr gut gefallen. Was kannst du dazu sagen?
(lacht) Danke, ich habe vor Kurzem zwei Werke davon verkauft. Es ist eigentlich eine ältere Serie aus dem Studium. Ich habe immer sehr gegenständlich gezeichnet bzw. gemalt. Dann wollte ich zeigen, dass ich das auch kann: das Abstrakte. Und die Pools-Reihe war der erste Schritt dahin. Diese abstrakte Fläche, bei der nicht sofort klar ist, was es darstellt – das Ungegenständliche. Und das waren für mich die Pools mit den vielen Flächen und Linien, die da stattfinden.

Du hast Malerei und Grafik studiert, es gibt aber auch Arbeiten in denen du die zweidimensionale „Zeichnung“ wieder in ein dreidimensionales Objekt verwandelst. Was begeistert dich daran?
Ich arbeite sehr gern mit Architektur, die Architektur inspiriert mich auch. Und ich finde es sehr interessant, wie dreidimensionale Dinge in die Zweidimensionalität gebracht werden können und dann als Zeichnung oder ähnlichem am Papier wieder in die Dreidimensionalität gefaltet werden. Und das finde ich sehr spannend, wenn es am Papier passiert.

Und was inspiriert dich?
Besuche in Museen und Ausstellungen; vor allem zeitgenössische Kunst. Das sind die Sachen, bei denen ich Tränen in den Augen bekomme und mir denke: Ich muss jetzt ins Atelier gehen.

Gibt es auch Gefühlslagen, in denen du keine Kunst kreieren kannst?
Ja, momentan zum Beispiel. Wenn beispielsweise sehr viele organisatorische Sachen herumschwirren, Wohnungsumzug, Arbeitssuche, private Sachen, der Computer ist kaputt. Das sind Dinge, die einen total blockieren und ablenken.

Denkst du es gibt Menschen, die Kunst schlicht und einfach nicht verstehen?
Ich glaube schon, dass jeder etwas sehen könnte in der Kunst. Ich habe aber schon viele Menschen kennengelernt, die gesagt haben, sie können damit nichts anfangen und sie haben kein Interesse daran. Wenn das Interesse nicht da ist, gibt es auch keinen Bedarf, der gedeckt werden muss. Und das passt auch, ich finde es total OK, dass es beide Arten von Menschen gibt.

Kannst du von deiner Kunst leben?
Nein, noch nicht leider. Das dauert noch. Das ist zwar mein Plan, aber so ein Plan nimmt doch mehrere Jahre in Anspruch. Außer man hat wirklich totales Glück und findet sehr bald die richtigen Leute, die deine Kunst gerne kaufen.

Was machst du so zum Ausgleich?
(Nickend zu einem Freund, der gerade im Atelier arbeitet) Ich geh ganz gern mit dem Carlos auf ein Bier. Ich gehe sehr gern auf Vernissagen, wo wir aber schon wieder bei der Kunst wären. Zum richtigen Ausgleich ist es für mich sehr wichtig, laufen zu gehen. Die Kunst ist ja doch etwas sehr Geistiges. Man zeichnet zwar mit den Händen, aber es ist doch sehr hirnlastig, deshalb mache ich sehr gerne auch was Handwerkliches, wie z.B. häckeln. Für einen Freund, der Restaurator ist, vergolde ich gerade einen Rahmen. Dafür muss man wirklich nicht nachdenken über Inhalt oder Form, sondern einfach nur mit den Händen machen. Also Sport und handwerkliche Tätigkeiten bringen den nötigen Ausgleich.

Vielen Dank für das Gespräch!

Alle Fotos: Coypright Timar Ivo Batis

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