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Im Gespräch mit … Buchautorin Alina Herbing

Im Gespräch mit … Buchautorin Alina Herbing

Im Februar 2017 ist der Debütroman „Niemand ist bei den Kälbern“ von Alina Herbing im Arche Verlag erschienen. Planet75 traf die 32-jährige Autorin im Rahmen des Salzburger Literaturfestes im Arthotel Blaue Gans zum Interview und unterhielt sich mit der gebürtigen Lübeckerin über Träume, das Leben auf dem Land und die Folgen des Erfolgs.

Zum 10-jährigen Jubiläum des Literaturfestes fanden in Salzburg wieder zahlreiche Kultur-Veranstaltungen statt. Auch das Arthotel Blaue Gans lud zu einer Lesung ein. In der Brasserie des Hotels stellte unter anderem Alina Herbing ihr Debütwerk „Niemand ist bei den Kälbern“ vor. Ein Heimatroman fern jeglicher Land-Romantik, mit einer Hauptfigur namens Christin, die von einem anderen, besseren Leben träumt. Ich nutzte diese einmalige Chance und sprach im Anschluss im Lesestüberl der Blauen Gans mit der Autorin.

Alina, wann war für dich klar, dass dein erstes Buch ein Heimatroman werden wird?
Ich habe eigentlich nie einen Heimatroman geplant und weiß auch nicht, ob es einer ist. Während meines Studiums in Hildesheim bekamen wir im ersten Semester Schreibaufgaben. Ich schrieb dabei oft Geschichten, die in Mecklenburg-Vorpommern spielten, wo ich meine Jugend verbracht habe. Meine Studienkollegen und Dozenten motivierten mich, mich weiter mit diesem Thema auseinander zu setzen. Ich hatte das Landleben bis dahin immer als Makel empfunden.

Du bist in einem kleinen Dorf mit 30 Einwohnern aufgewachsen. Hattest du als Kind ähnliche Träume wie deine Hauptfigur Christin?
Ich kenne natürlich das Gefühl, weggehen zu wollen. Bei mir selbst war es aber immer schon klar, dass ich in die Stadt ziehen werde. Bei meiner Romanfigur Christin allerdings nicht.

Da du selbst am Land aufgewachsen bist: Wie viel autobiografisches enthält dein Roman?
Es ist natürlich nichts von meinem Buch tatsächlich so passiert und auch die Personen sind frei erfunden. Aber aus eigener Erfahrung weiß ich zum Beispiel, wie dort auf dem Land gesprochen wird und wie etwa ein Dorffest abläuft.

Die Geschichte wird aus der Sicht deiner Heldin Christin erzählt. Warum hast du dich für die Ich-Form entschieden?
Das hat sich einfach so entwickelt. Anfangs habe ich in der Ich-Form geschrieben und dann bekam ich das Feedback, dass die Geschichte so nicht funktioniert. Also schrieb ich das Buch um, doch dann hat es gar nicht mehr funktioniert. Deswegen übertrug ich den Text wieder in die Ich-Form, bis ich schließlich zufrieden war.

Dein Debütroman wird durchgehend gelobt. War dir schon während des Schreibens klar, dass das Buch bei den Kritikern so gut ankommen wird?
Eigentlich gar nicht (lacht). Ich habe viele Absagen von Verlagen bekommen. Jetzt bin ich bei einem tollen Verlag (Arche Verlag) und ich habe nicht damit gerechnet, dass es so gut läuft. Ich musste mich erst an das Gefühl gewöhnen, als Autorin wahrgenommen zu werden.

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) beschreibt deinen Roman als wahrhaftig, kraftvoll und kantig. Würdest du „Niemand ist bei den Kälbern“ so zusammenfassen?
Es fällt mir schwer meinen Roman in ein paar Worte zu fassen – ich habe ja immerhin 250 Seiten dazu gebraucht (lacht). Aber mir war schon wichtig, dass die Sprache kantig ist.

Du hast dir selbst mit deinem Erstlingswerk die Latte ziemlich hoch gelegt. Bedeutet das mehr Druck für dich und deine kommenden Bücher?
Ich denke schon, aber ich versuche einfach nicht daran zu denken. Ich weiß, was ich noch schreiben will und das werde ich bestimmt auch machen.

Danke für das Gespräch!

Zur Person:
Alina Herbing wurde 1984 in Lübeck geboren und wuchs in einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern auf. Herbing studierte Germanistik und Geschichte in Greifswald und danach Neuere deutschsprachige Literatur in Berlin sowie Kreatives Schreiben, Kulturjournalismus und Literarisches Schreiben in Hildesheim. Anfang 2017 veröffentlichte die Wahl-Berlinerin ihren Debüroman „Niemand ist bei den Kälbern“ im Arche Verlag.

Fotocredits (inkl. Titelbild): Erika Mayer Photography

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