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Lesetipp: What if?

Lesetipp: What if?

Wer sich immer schon gefragt hat, aus welcher Höhe man ein Steak fallen lassen muss, damit es durchgebraten unten ankommt, oder wie viele Legosteine es braucht, um eine Brücke zwischen New York und London zu bauen, der findet die Antwort in „What if? Wirklich wissenschaftliche Antworten auf absurde hypothetische Fragen“.

Zwar sollte ein Buch nie nach dem Cover beurteilt werden, doch „What if?“ von Randall Munroe weckte schon alleine durch den comicartigen Einband mein Interesse. Die alternativen Verwendungsvorschläge auf der Rückseite des Buches überzeugten mich schließlich endgültig. Ein Vorschlag lautet etwa: Es zu essen. Denn wenn Menschen Papier verdauen könnten, hielte das Buch (mitsamt dem Einband) 2.300 Kalorien für uns bereit. Ich habe mich trotz des interessanten Gedankens aber dazu entschlossen, das Buch zu lesen anstatt zu verspeisen.

Schon nach wenigen Seiten war ich begeistert. Nicht nur vom humorvollen Schreibstil des Autors, sondern auch von seiner Fähigkeit, komplizierte Vorgänge einfach zu erklären. Wie beiläufig versteht man plötzlich wie DNA funktioniert, oder was kinetische Energie ist. Selbst die eingestreuten Statistiken stören nicht im Geringsten. Wie der Titel verspricht, beantwortet jedes Kapitel eine eher ungewöhnliche Frage wissenschaftlich genau. Je nach Frage variiert die Kapitellänge von wenigen Zeilen, bis zu über zehn Seiten. So lässt sich das Buch bequem zwischendurch lesen, ohne den Anschluss zu verlieren. Begleitet wird jede Antwort von humorvollen Comics, manche davon veranschaulichen kompliziertere Erklärungen, manche sind einfach nur zur Unterhaltung da. Und auch sonst mangelt es dem Autor nicht an Einfallsreichtum und Humor. Da dienen als Maßeinheit schon einmal Giraffen und in vielen Kapiteln finden sich popkulturelle Anspielungen. Einige davon verstehen wohl nur Wissenschaftsfreaks, aber spätestens wenn eines von Munroes Strichmännchen beginnt Zeilen aus rent zu singen, schmunzelt auch der Laie. Und von Star Wars haben die meisten bestimmt auch schon mal gehört.

Fazit
„What if?“ ist gemacht für alle, die ein wenig Interesse an Naturwissenschaft mitbringen und immer schon gerne absurden Tagträumen gefolgt sind. Viel Vorwissen ist nicht nötig, um von Randall Munroe durch unser Sonnensystem oder den Marianengraben geführt zu werden. Eine Portion Begeisterung, Offenheit für Gedankenexperimente und eine vage Erinnerung an den Physikunterricht in der Schule reichen vollkommen aus.

Über den Autor
Der 1984 geborene Randall Munroe besitzt einen Universitätsabschluss in Physik und war als Robotiker bei der NASA angestellt. Auf seinem Blog http://xkcd.com/ lässt er sein Fachwissen in einen wissenschaftlichen Webcomic einfließen. Außerdem betreibt der US-Amerikaner mit „What if“ eine Plattform, auf der Munroe absurde Fragen wissenschaftlich genau beantwortet. 2009 veröffentlichte der 32-Jährige sein erstes Buch, „xkcd, volume 0“ – eine Auswahl seiner Webcomics. 2014 folgte „What if“ und ein Jahr später „Dinge-Erklärer – Thing Explainer: Komplizierte Sachen in einfachen Worten“. Der Asteroid „(4942) Munroe“ wurde nach ihm benannt.

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