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Ballonfahren: Fast über den Wolken

Ballonfahren: Fast über den Wolken

Von wo ließe sich die wunderbare Landschaft besser erkunden, als von der Luft aus. Eine fantastische Aussicht, einzigartige Fotos und ein „Adelstitel“ sind bei einer Ballonfahrt inklusive.

Es ist fünf Uhr morgens oder besser gesagt: mitten in der Nacht. Das Aufstehen fällt mir dementsprechend schwer. Doch mir steht eine Ballonfahrt mit der Balloon & Airship Company Tucek aus St. Wolfgang bevor und das wollte ich nun gewiss nicht verschlafen. Daher trinke ich einen doppelten Espresso, um dem Kreislauf auf die Sprünge zu helfen. Es funktioniert und mit der neu gewonnenen Energie geht es auch schon auf zum Treffpunkt nach Mondsee.

Ballon Befüllen

Alle Mann an Bord
Vom hier fährt der Tross zum Startplatz, wo mit vereinten Kräften der Korb und der Ballon vom Anhänger des „Verfolger“-Autos abgeladen werden. Rund 200 Kilo wiegt so ein Ballon und der Korb bringt um die 700 Kilo auf die Waage. Zirka 25 Minuten dauert das Aufrüsten, also das Befüllen des Ballons, ehe Pilot Albert zum Einsteigen bittet. Acht Personen stellen heute ihre Flugfähigkeit unter Beweis, sieben davon zum ersten Mal. Zum Beispiel Sigrid und Karl aus Wien: Seit 25 Jahren besuchen sie im Sommer das Salzkammergut. Nun, zu Sigrid’s 60. Geburtstag, haben sie beschlossen, die vertraute Gegend von oben zu betrachten. „Ich hatte gestern Abend noch ein mulmiges Gefühl“, gesteht das Geburtstagskind, „aber jetzt freue ich mich richtig auf die Fahrt.“

Ballonfahrt Irrsdorf

Aussicht deluxe
Der Start erfolgt Punkt 06:50 Uhr und ich erkenne auch als Neuling sofort, dass wir einen erfahrenen Piloten an Bord haben. Rund 650 Fahrten hat Albert seit 1996 auf dem Buckel und das merkt man, wenn er „mauskniehoch“ über die schräg aufsteigende Wiese gleitet. Auch die immer näher kommenden Bäume werden so überfahren, dass der Korb die Wipfel fast noch streichelt. Der kaum spürbare Wind treibt den Ballon zuerst in Richtung Irrsdorf und das ermöglicht einen Blick auf den Irrsee. Das Bild gleicht einem Gemälde: Die aufgehende Sonne lässt die Bäume lange Schatten werfen und die Wiesen erstrahlen in sattem Grün. Eine Brise treibt den Ballon weiter über Zell am Moos und in Richtung Attersee. Mittlerweile weht ein etwas stärkerer Wind und der Ballon erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 40 km/h. Im Korb merke ich freilich nichts vom Tempo, da der Wind den Ballon trägt. Der Attersee liegt jetzt direkt voraus und wer spätestens jetzt nicht zu seinem Fotoapparat greift, dem kann nicht geholfen werden. Die Ballonfahrt führt über den See und die kleine Insel mit Schloss Litzlberg, ehe sie in Seewalchen endet.

Ballonfahrt Attersee

Feuer und Sekt
Zurück am Startplatz wartet nun die „Ballonfahrer-Taufe“ auf uns. Dabei wird der Gast nach überlieferter Zunft und Ordnung der Aerostatik mit Feuer und Sekt auf einen vom Piloten ausgesuchten Namen getauft und auf diese Weise in den Adelsstand erhoben. Dabei kniet der Gast vor dem Piloten und dieser zündet ein kleines Haarbüschel an (welches sogleich mit Sekt gelöscht wird), während er den Taufspruch samt neuem Namen kundtut. Belegt wird dieses Ereignis durch eine Urkunde mit der Unterschrift des Piloten. Im Anschluss wird auf die gelungene Fahrt mit dem verbliebenen Sekt angestoßen und über das Erlebte gesprochen. Wir sind uns alle einig: Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt.

Ballonfahrt Sigrid und Karl

Titelbild: Copyright: Airship Company Tucek

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